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haasenpaul™ journalistenbüro stuttgart

nachrichten aus nahost (13)

kathrin, am 2. Dezember, 2010 17:46

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Vermutlich hat herr weier einen sonnenstich. Seine annäherung an israel nimmt langsam unheimliche formen an. Das bild erklärt eigentlich alles: herr weier an der klagemauer mit kippa auf dem hirn und mit einem himmlischen grinsen im gesicht. Heute war dort ein großes fest: lauter jungen haben ihre bar mitzvah gefeiert. 

  Hauptsächlich waren wir heute aber jesus auf der spur – in bethlehem. Dort steht die geburtskirche, und wenn man lange genug drin bleibt, hört man „stille nacht, heilige nacht“ auf alle möglichen sprachen. Unterhalb des altars, im keller, soll maria ihren jesus zur welt gebracht haben. Logisch, dass dort unten ein unglaubliches gedränge herrscht, eine reisegruppe aus brasilien war zugegen, als wir versuchten die spiritualität des ortes zu ergründen. israel-490.jpg Weit sind wir nicht gekommen. Der pfarrer der gruppe fotografierte seine schäfchen einzeln, knieend an diesem bedeutenden ort, der durch einen silbernen, in den boden eingelassenen stern markiert wird. „stille nacht, heilige nacht“ stimmte er dazu an. Die stimmung war wirklich ergreifend. 

In der milchgrotte um die ecke, wo maria ein paar tropfen milch verloren haben soll, nachdem sie ihr kind gefüttert hatte, trafen wir dann auf einen japaner, dem die tränen die wangen hinunter liefen. Und in einem souvenirladen, der aus olivenbaumholz geschnitzte krippenfiguren verkauft, wurden wir von einer frau namens maria und ihrem mann joseph beraten.

  israel-523.jpg Das aller spannendste an bethlehem ist allerdings, wieder aus der stadt herauszukommen. Sie wird nämlich umzingelt von der israelischen mauer. Reinfahren mit dem öffentlichen bus ist kein problem. Aber zurück muss man zu fuß durch den checkpoint, eine art hochsicherheitsgrenze mit stacheldraht, mindestens vier drehkreuzen, die man passieren muss, genervten soldaten und gepäckkontrolle. In dem gewirr haben wir uns sogar verlaufen, über lautsprecher wurden wir wieder auf den rechten weg verwiesen. Herr weier hat sich leider geweigert, die anlage zu fotografieren – aus angst, er kommt nie wieder aus bethlehem raus und muss auf immer und ewig „stille nacht, heilige nacht“ in allen sprachen der welt hören.   

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nachrichten aus nahost (12)

kathrin, am 30. November, 2010 18:39

vermutlich aufgrund der großen internationalen aufmerksamkeit hat der mossad diesen blog zensiert. fotos mit sensibler information und personen des zeitgeschehens wurden einfach gelöscht. damit ist wohl auch zu erklären, warum wir die vergangenen tage in der wüste in einem tiefen funkloch steckten. wir sollten uns nicht wehren können. dabei gilt für die negev: die wüste lebt!

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ständig donnern düsenjets im tiefflug über die karge landschaft, regelmäßig taucht das schild an der straße auf “firing zone on left/right/both sides”, und sogar panzer haben wir gesichtet. aber kein grund zur beunruhigung. die grenze nach ägypten ist eine “peace border”, wurde uns mehrfach erklärt, und die soldaten üben nur. ansonsten ist die negev tatsächlich total friedlich. wir sind durch einen canyon zu einem wasserfall gestapft, haben eine antike festung der nabateer erklommen und am abhang von mitzpe ramon der sonne beim untergehen zugeschaut. das bei weitem aufregendste an der wüste ist allerdings: hier wächst wein! wir sind also nicht verdurstet. und zum abendessen waren wir in einem französischen restaurant.  

abgesehen davon haben wir versucht, uns den lokalen gepflogenheiten anzupassen. ob wir mit diesem transportmittel jemals wieder land sehen, ist allerdings fraglich.

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nachrichten aus nahost (11)

kathrin, am 25. November, 2010 21:36

Wir sind ganz unten angekommen, in eilat am roten meer. Und die erste person, die wir an der rezeption treffen, sagt :“oh, deutschland, dort war ich anfang november.“ Wo wir denn her kämen, fragt er und erzählt, als wir stuttgart sagen, dass er in heilbronn gewesen wäre. Es stellt sich heraus: der junge mann war in freudental bei ludwigsburg im pädagogisch-kulturellen zentrum des herrn ludwig bez mit einer gruppe, die aus arabern, christen, juden und drusen bestand. In meiner redaktion haben wir uns zwei tage lang den kopf zerbrochen, ob wir über diese gruppe etwas schreiben sollen. Wir haben es nicht getan, weil bei uns ständig völkerverständigung stattfindet. Und nun treffe ich einen davon in eilat. Muss ihn unbedingt noch interviewen, inwiefern er seine versöhnungsreiseerlebnisse aus deutschland an der hotelrezeption anbringen kann.  

israel-196.jpg etwa fünf kilometer strand  besitzen die israelis am roten meer. Entsprechend eng geht es zu, mit dem schlimmsten mallorca strand kann die stadt locker mithalten: ein hotelbunker neben dem anderen, ein liegestuhl am strand neben dem anderen. Die korallen, für die das rote meer berühmt ist, haben sich längst vor den lärmenden touristen an eine geschützte stelle zurückgezogen. Sehr praktisch ist, dass unser hotel direkt daneben liegt. Schöne bunte fische in allen größen gibt es beim schnorcheln zu sehen und vor korallen überbordende felsen. Die sonne scheint, es hat gefühlte 28 grad. Gegenüber ragen zerklüftete, kahle berge in die höhe, die stadt akaba schmiegt sich an deren untere hänge. Das rote meer ist tief und unheimlich blau. Schaut man also nicht auf eilat, sondern in die landschaft, wirkt die gegend wunderschön. Gut, die fahne, die der jordanier am anderen ufer aufgehängt hat, muss riesig sein, so gut kann man sie auf der israelischen seite erkennen. Und kaum wundert man sich über dieses überdimensionierte stück stoff, knallt es.

 

 israel-194.jpg   Als wir am strand auf den liegestühlen lagen, hörten wir schüsse. Offenbar reicht dem jordanier die flagge nicht aus, er macht auch noch krach mit maschinengewehren, um in form zu bleiben. Solche geräusche beunruhigten die anderen gäste aber nicht weiter. zumal die israelischen soldaten mitten im hotel sitzen. Abends im restaurant, als die meisten mit essen fertig waren, kamen plötzlich vier junge frauen im kampfanzug ans buffet und luden jeweils zwei teller sehr, sehr voll. Wir staunten und starrten und kamen zu dem schluss: die mädels füttern damit irgendeine truppe. Hinterher sind wir auf dem parkplatz herumgelaufen, um ihren unterstand zu suchen, fanden jedoch nichts. Heute morgen entdeckte ich den posten: auf dem dach stehen zwei riesige fernrohre, wie die auf dem stuttgarter fernsehturm, nur halt in tarnfarben. Sie beobachten ganz genau, was der jordanier treibt. 

 

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ich glaube, dass die idf, die israeli defense forces, dem hotel-business nicht den strand entziehen und auf ein riesengeschäft verzichten wollten. sie haben ja nur ein kurzes stück zugang zum roten meer, da hat es keinen platz für ein militärisches sperrgebiet. im austausch für die 1-a-lage mussten dafür die hotelbesitzer immer den obersten stock an die armee abtreten. für die soldaten, die hier ihren dienst tun, hat diese art von unterstand einen großen vorteil: an ihrem freien tag liegen die mädels und jungs am strand.

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nachrichten aus nahost (10)

kathrin, am 23. November, 2010 23:41

israel-152.jpg habe beweisaufnahmen gemacht. hier ein klassisches tel aviver winteroutfit: lammfellstiefel mit hot pants. konnte leider nicht erkennen, ob eine strumpfhose dazwischen ist. dazu muss man wissen, dass es in dieser stadt auch nachts noch mindestens 20 grad hat. gestern waren wir in einem supermarkt und die kassiererin stöhnte, dass die klimaanlage nicht laufe. “ich hasse diese hitze”, rief sie und fragte: “warum gibt es in diesem land keinen winter?” sie wolle schnee und kälte und tornados, einen richtigen winter! mehr als 30 jahre sei es her, dass sie das letzte mal schnee gesehen habe. “das war 1982 in jerusalem, als ich soldatin war”, sagte sie und fügte noch an: ”jetzt ist meine tochter soldatin.”

israel-156.jpg ansonsten waren wir heute auf zwei weingütern, direkt beim flughafen. in israel gilt die weinproduktion als gewerbebetrieb, deshalb wird sie ins gewerbegebiet gestopft. leider haben wir ewig gebraucht, um die adresse zu finden. verlässt man in israel die autobahn und die hauptwege, steht halt leider nichts mehr auf englisch am straßenrand. das gefühl der rat- und hilflosigkeit ist in solchen momenten überwältigend, als wäre man im hintersten china.

das eine weingut war im rückteil des gebäudes eines maschinenimporteurs untergebracht. dessen frau leistet sich das weinmachen offensichtlich als hobby. sie hat in italien irgendeine ausbildung als winzerin gemacht. die trauben kommen von farmern im oberen galiläa. das modell auf uns übertragen entspricht einer hinterhofhalle im unmalerischen stuttgart-vaihingen, in dem trauben verarbeitet werden, die aus heilbronn herangekarrt werden. aber immerhin versteht die frau ihr geschäft gut, der wein hat geschmeckt, nach italien natürlich. wenn israelische weinmacher schick sein wollen neuerdings, dann schmecken sie nicht mehr nach kalifornien oder südafrika, sondern nach europa.

 israel-160.jpg vom industriegebiet neben dem flughafen sind wir dann nach wilhelma gefahren. dort gibt es ebenfalls ein weingut, und zu diesem namen mussten wir logischerweise einen abstecher machen. es stellte sich heraus, dass das dorf einst eine templer-siedlung war, gegründet zu ehren von kaiser wilhelm von den durchgeknallten württembergischen pietisten, die ende des 19. jahrhunderts im heiligen land dörfer bauten. motti goldblum betreibt das weingut, lehrer und landwirt ist er eigentlich. das 80 jahre alte haus seiner eltern hat er im erdgeschoss zu einem cafe umgebaut, jeden freitag ist es geöffnet für den weinverkauf. sein wein schmeckt nach frankreich, den lässt er sich von einem profi machen. er hat ebenfalls nur zwei hektar und füllt nur rund 15.000 flaschen im jahr. villa wilhelma heißt sein weingut. als wir ihm sagten, wir kämen aus stuttgart und bei uns gäbe es einen botanischen garten namens wilhelma, sagte er: “ja, der zoo, klar! den habe ich in google gefunden, als ich herausfinden wollte, ob noch ein anderes weingut wilhelma heißt.”

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nachtrichten aus nahost (9)

kathrin, am 22. November, 2010 08:11

als dauertourist muss man sich nicht schlecht fühlen in dieser stadt. denn in tel aviv scheint kein mensch zu arbeiten - außer die bedienungen und köche in den kneipen, restaurants und cafes. anzüge trägt jedenfalls niemand. hier laufen alle in freizeitklamotten herum, sogar der 80-jährige opa trägt jeans und eine oakley-sonnenbrille. wer hier außer den lokalbesitzern geld verdient und wie, ist mir ein rätsel. dafür tun wir unser bestes, das business am laufen zu halten.

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halt! orange macht geld, der mobilfunkanbieter, mit freundlichem, aber etwas langsamem service. vier anläufe habe ich gebraucht, um meine israelische handy-nummer (sim-karte habe ich mir vor vier jahren mal gekauft) wieder zum laufen zu bringen. in den orange-läden sagten sie stets, ich solle *111 wählen. blöd nur, dass dann eine hebräische ansage kommt. in einem anderen laden zahlte ich 100 schenkel ein als guthaben. darauf erhielt ich zwei sms - in hebräisch. telefonieren konnte ich noch immer nicht - und die 100 schenkel (20 euro) sind leider auch nie auf meinem handy-konto angekommen. gestern nun war ich im orange-hauptquartier, dort muss man eine nummer ziehen und mindestens eine drei viertel stunde warten. der junge mann, der sich schließlich um mich kümmerte, muss gedacht haben, ich stamme aus einem anderen jahrhundert. “this phone is really old”, sagte er drei mal und starrte auf das nokia-gerät jahrgang 1997. herrn weier hat er sofort als hebräer identifiziert und uns gefragt, was wir denn in israel machen. urlaub, sagte ich. “Urlaub? in israel???”, fragte er. warum wir denn nicht nach ägypten seien, da wäre es wärmer als hier, oder gleich nach afrika, safari machen.  

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es ist nämlich so: der israeli denkt, es wäre jetzt winter in seinem land. deshalb läuft er teilweise mit winterstiefeln, strumpfhosen und wollpullis herum. solche sachen gibt es jetzt auch in den modegeschäften zu kaufen. hat ja auch nur 25 grad.

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nachrichten aus nahost (8)

kathrin, am 20. November, 2010 13:15

ohne betreuung mache ich nur unsinn. zum beispiel fernsehen. ich habe in dieser wohnung nicht nur zwei riesenbildschirme, sondern auch mehr als 100 kanäle! das ist im verlgeich zu meinen elf öffentlich-rechtlichen zu hause natürlich eine sensation. das tollste ist, dass die israelis einen kanal haben, der non-stop liebesfilme zeigt. dessen logo ist ein rosafarbenes herz in der rechten ecke oben. habe soeben pretty woman geguckt. aber das dürfte ich hier eigentlich gar nicht verraten. zumal draußen die sonne scheint.

allerdings lese ich natürlich auch ein buch, habe schließlich einem ruf zu entsprechen. es heißt “almost dead”, habe ich mir gestern gekauft. darin geht es um einen mann mitte 30, der drei mal selbstmordattentaten knapp entgeht. gleich am anfang steigt er aus einem minibus aus, in dem sich kurz darauf ein palästinenser in die luft sprengt. er fährt immer die route 5. da bin ich erschrocken: die route 5 fahre ich auch ständig. das buch spielt zwischen 2001 und 2005, während der zweiten intifada. es ist kaum vorstellbar, wie das leben damals hier war. 135 solcher anschläge fanden in diesen fünf jahren statt. seit 2006 waren es ungefähr noch ein dutzend.

demnächst kommt herr weier an - mit dem taxi. es ist shabbat und an shabbat fahren weder busse noch züge. an shabbat steht fast das ganze land still, außer tel aviv. hier ist, wie gesagt, immer party. und jetzt gehe ich raus, mal nachschauen.

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nachrichten aus nahost

kathrin, am 11. November, 2010 10:25

opa haasis könnte es nicht fassen, wenn er das wüsste: bin an der grenze schon wieder für einen araber gehalten worden. “how do you pronounce your last name”, bäffte mich die beamtin an. ich versuchte harmlos zu lächeln und ganz laaaangsam zu sagen haaaaasis, mit fünf a. nur kein schnelles a, dachte ich, sonst klingt’s wie aziz und ich muss draußen bleiben. “what’s your fathers first name”, fragte sie dann mit dunkler miene. “gerhard”, sagte ich brav. es folgte noch ein strenger blick und dann knallte sie mir den pass auf den tisch.

tragischerweise hat der arabische taxifahrer anschließend keine solidarität mit mir verspürt.  ”fixed price or meter”, fragte er mich. “was ist besser”, fragte ich. da grinste er nur, klar. also taxometer, muss bei dieser frage doch billiger sein. und wir lagen gut, nur, dass der taxifahrer meine straße einfach nicht finden konnte. erst als wir 140 shekel erreicht hatten, stellte er sein navi an. der fixed price war 147, ich zahlte am ende 150.

von innen sieht israel übrigens wie ikea aus. man kann gar kein heimweh kriegen.  israel-015.jpgisrael-016.jpg

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Von der Königstraße zur Wall Street

kathrin, am 7. Oktober, 2008 23:39

Es wird nicht mehr lange dauern, dann besteht die Königstraße nur noch aus Drogeriemärkten. Der Rest der Stadt tut es ja schon. Zwischen Hauptbahnhof und Feuersee haben die Stuttgarter jedenfalls mindestens  ein Dutzend Mal die Gelegenheit, Schampu und Waschmitttel und Lippenstift zu kaufen. Gleich unten am Bahnhof, in der teuersten Lage hat ein dm eröffnet. Und ein paar Schritte weiter okkupiert die orangene Drogerie Müller neuerdings gleich zwei pompöse Stockwerke. Diese Entwicklung ist absolut beunruhigend. Sie wirft die Frage auf, woher das Bedürfnis kommt, so viel mehr Schampu und Waschmittel und Lippenstift als früher zu kaufen, als es noch nicht so viele Drogeriemärkte gab. Feinstaub? Schwarze Tage an der Börse? 1929, als in den USA ein Donnerstag im Oktober schwarz wurde, gab es ebenfalls von manchen Dingen viel zu viel. Schuhe zum Beispiel. Angeblich hätte jeder Amerikaner damals zehn Paar kaufen müssen, um zu verhindern, dass die Branche gegen eine Wand läuft. Damit ist klar, was jeder vorsorglich zu tun hat. Leute, kauft Seife! In den USA ist es mittlerweile so, vermutlich nach verschiedentlichen schwarzen Tagen, dass es von manchen Dingen bereits zu wenig gibt. Diese Erkenntnis hatte laut New York Times eine 25-jährige Schneiderin aus Stuttgart. “In der Frauentoilette kann man die Füße der Leute sehen”, wird darin die erstaunte Barbara Roth zitiert. “Das ist das erste Mal, dass ich so etwas gesehen habe”, sagte die Stuttgarterin dem Reporter der Zeitung, der Touristen nach ihren Eindrücken befragte: “Wo ich herkomme, haben wir komplette Türen in den Toiletten.” In der Wall Street hat diese Aussage dieser Tage offensichtlich für einige Unruhe gesorgt. Und es ist jetzt wohl zu spät, den New Yorkern zu erklären, dass auch hier zu Lande an manchen öffentlichen Toilettentüren gespart wird. Barbara Roth hätte mangelnde Seife monieren sollen. Damit sich die Wall Street an der Königstraße orientiert. Denn in den Drogeriemärkten boomt das Business besser als an der Börse.  Dann hätten auch die Amerikaner ihren ganzen Dreck los. 

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Soooorry! I’ve typed my hands off!!

alexia, am 11. Juli, 2008 20:25

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malimail (10 und schluss)

kathrin, am 12. März, 2008 11:48

Stadt am FlussKurz und schmerzlos der Abschied. Nicht, dass wir noch etwas dagegen haetten, noch ein paar Wochen durch Afrika zu reisen, andererseits ist es hier doch sehr anstrengend, ein Tubabus zu sein. Jeder will einen eben schroepfen, auch in Mali. Im Land der Tubabusse waechst das Geld auf den Baeumen, denken nicht wenige hier. Leider ist es sinnlos, die Menschen von der Realitaet ueberzeugen zu wollen. Irgendwie freuen wir uns deshalb auch wieder auf daheim, wo jedes Taxi mit Zaehler ausgestattet ist und der Preis auf dem Schild angemessen ist.Trotzdem ueberkam uns heute Morgen eine gewisse Wehmut: Mit dem Blick auf den Niger, in dem die Frauen ihre Waesche gewaschen haben, auf dem die Fischer mit ihren Booten kreuzten, mit Blick auf die Skyline von Bamako, auf die neue Bruecke, auf der die Autos schon wieder im Stau standen.Sollten Traenen aufkommen: Soeben hat uns unsere franzoesische Hotelmanagerin den Abschied sehr leicht gemacht. Wenn wir das Gepaeck bis am Abend im Zimmer lassen (wie vor einer Woche vereinbart), dann kostet das einen halben Tag extra. Und das Internet wuerden wir auch zu viel benutzen. Dabei ist es im Preis inklusive. Und der Preis ist recht hoch.  Franzosen! Schlimmer als Afrikaner.Und jetzt nervt noch der Tuareg, der einen Spiegel verkaufen will. Seit neun Uhr verfolgt er uns hier im Hotel mit seinem leidenden Gesicht. Tuaregs sind noch schlimmer als Franzosen. Wobei die Hotelmanagerin im moment nachfragt, wann wir denn endlich fertig seien. Ah! Franzosen sind doch schlimmer als Tuareg.Schluss!

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